"Triptychon, dreiteiliges Altarbild, fest stehend oder als dreiteiliger Flügelaltar, der aus einem Mittelstück und zwei schmaleren, beweglichen Flügeln besteht […], auch allgemein für ein dreiteiliges Bild" - so die Definition des Brockhaus' Kunst. Seit dem späten Mittelalter ist das Triptychon als Altar- und Andachtsbild von zentraler Bedeutung. Künstler knüpfen Ende des 19. Jahrhunderts an diese Tradition an, anstelle des religiösen Inhalts, z.B. der Leidensgeschichte Christi, treten nun säkularisierte Themen. Sie nehmen die "Pathosformel", die das ursprüngliche Triptychon auszeichnet, auf. Im 20. Jahrhundert gewinnt das Triptychon bei bedeutenden Künstlern wie Otto Dix, Max Beckmann oder Francis Bacon eine zentrale Bedeutung, die bis in die aktuelle Gegenwart weiter wirkt, wie eine aktuelle Ausstellung im Stuttgarter Kunstmuseum auf eindrucksvolle Weise dokumentiert. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler der jüngeren Generation wie Damien Hirst, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Katharina Sieverding oder Robert Longo wählten das Triptychon "als traditionsbeladenes, aber höchst reizvolles Format, das zugleich Offenheit und Geschlossenheit zulässt. Ist dies Zeichen einer neu erwachten Sehnsucht nach Spiritualität oder nach einer Vollkommenheit, die letztendlich im Streben nach dem - lange verpönten - Meisterwerk ihren Ausdruck findet?" (Kunstmuseum Stuttgart). Im Mittelpunkt der Unterrichtsmaterialien steht die Gegenüberstellung eines Triptychons von Rogier van der Weyden und eines aktuellen Triptychons von Robert Longo.