Streetart
Streetart kann man als Form von Kunst im öffentlichen Raum sehen. Künstlerinnen und Künstler, die in der Regel anonym bleiben, bedienen sich unterschiedlicher Medien wie Marker, Sprühdosen, Kreide für Bodenbilder, Pochoir, Paste-Up, um ihre Bilder an Fassaden, Wänden, Bauzäunen, Telefonzellen oder anderen öffentlichen Flächen zu präsentieren. Streetart kann Ausdruck einer Jugendkultur sein wie Graffiti im Kontext von Hip Hop, es kann sich aber auch um Bilder mit gesellschaftskritischen Aussagen handeln, die sich z.B. als Kontrast zu den offiziellen Werbeflächen im öffentlichen Raum gegen Konsumismus wenden. Dabei verstehen die Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeit als aktive ästhetische Mitgestaltung des Stadtbilds. Dem stehen Arbeiten gegenüber, die eher private oder weltanschauliche Hintergründe haben. Die meisten Streetart-Werke werden illegal angebracht, woraus sich eine kontroverse Diskussion entwickelt hat, die Streetart als Form des Vandalismus und der Sachbeschädigung sieht. Es fällt auf, dass sich die Kunsttheorie und Kunstwissenschaft in den letzten Jahren dieser Bilder annimmt und sie zum Gegenstand von Sammlungen und Analysen macht. Zunehmend entstehen auch umfangreiche, oft internationale Archive, die die Werke der Streetart dokumentieren und vor allem im Internet publizieren. Über eine umfangreiche Bildsammlung zur Streetart verfügt Dr. Johannes Stahl, der diesen Unterrichtsbaustein erarbeitet hat.
In einer einführenden Lehrerinformation werden Ziele und Inhalte der Unterrichtssequenz zur Streetart vorgestellt. Eine Skizze für einen möglichen Unterrichtsverlauf wird ergänzt durch Literaturhinweise, Hinweise auf Medien und Materialien sowie Alternativen der Unterrichtsgestaltung.
In einem ersten Arbeitsbogen erhalten die Schüler eine einführende Darstellung über den Begriff Streetart und die unterschiedlichen Ausdrucksformen dieser Kunst im öffentlichen Raum und ihre möglichen Bedeutungen. Praktische Anregungen sollen den Text vertiefen und die Schülerinnen und Schüler zu eigenen Recherchen bewegen.
In einem weiteren Arbeitsbogen wird in Bezug zur Kunstgeschichte der Begriff Pochoir (Schablonenkunst) und dessen Bedeutung erläutert sowie als Anregung die Herstellung einer Schablone beschrieben.
In einem dritten Arbeitsblatt werden 14 exemplarische Bildbeispiele aktueller Streetart präsentiert. Die Bilder können auch einzelnen ausgedruckt werden.
Umfassende Informationen zum Thema Streetart mit äußerst vielfältigem Bildmaterial bietet die Homepage des Instituts für Graffiti-Forschung:
http://www.graffitieuropa.org. Neben einer Graffiti-Enzyklopädie, einer internationalen Streetart- und Graffiti-Galerie, einführenden Referaten über das Kulturphänomen Graffiti finden sich viele Links zu speziellen Themen und Definitionen, aber auch juristischen Hinweisen zur Streetart.
Sehr gut und übersichtlich gestaltet, dabei äußerst informativ sind die Seiten von
http://www.german-street-art.com. Eine umfassende Galerie mit Bildern ist dabei auch sehr interessant thematisch gegliedert.
Zu den interessantesten Webseiten zur Streetart gehört "Reclaim Your City"
http://www.reclaimyourcity.net. Hier findet sich eine Vielzahl von News, Bilder und Informationen zur einer Streetart, die sich im Kontext der Stadtentwicklung kritisch versteht. Schwerpunkt ist Berlin. Auf der Auftaktseite ist folgender Satz zu lesen: "Der Inhalt dieser Seite soll nicht zu illegalen Handlungen oder Nachahmungen auffordern. Alle auf reclaimyourcity.net gezeigten Fotos und sonstigen Inhalte dienen lediglich der Dokumentation und Darstellung von künstlerischen Aspekten."
Streetart ist vor allem ein Phänomen der Metropolen und großen Städte. (Fast) jede dieser städtischen Szenen hat inzwischen ihre eigene Homepage mit aktuellen Informationen und viel Bildmaterial, so auch
http://www.streetart-bremen.de
Die Streetart-Szene in Hamburg und anderen norddeutschen Metropolen präsentiert sich unter
http://www.irrenanstalten.de. Galerien und aktuelle Informationen bieten einen interessanten Überblick über lokale Szenen.
Eine englischsprachige, internationale Seite aus New York findet sich unter
http://woostercollective.com . Aktuelles Bildmaterial und Filme bieten einen spannenden Einblick in die Soho-Szene. Vielfältige Links führen zu weiteren, interessanten Seiten.
Dem Paste-Up, mit Leim oder Kleister aufgezogenen Plakaten, oft aus mehreren ausgeschnittenen Teilen zusammengesetzt, ist eine eigene Seite gewidmet, die vor allem in Filmen und aktuellen Beispielen die Technik dieser Form der Streetart vorstellt:
http://home.arcor.de/cupl/index.html. Interessant ist diese Technik vor allem deswegen, weil die aufgeklebten Kunstwerke in der Regel rückstandslos entfernt werden können und somit keine illegale Handlung darstellen.
Unter dem Titel "Kampf der Zeichen" bietet ZEIT-online einen Rundgang mit Fotos und Texten durch Berlin an mit den Schwerpunkten Kreuzberg und Friedrichhain:
http://www.zeit.de/online/2007/26/bg-streetart-berlin