zurück zur Liste



Das Vogelnest von Peking

Am 18. April 2008 wurde das neue Olympiastadion in Peking eröffnet, dem Austragungsort der olympischen Sommerspiele 2008. Die beiden Schweizer Architekten Jacques Herzog (geb. 1950) und Pierre de Meuron (geb. 1950) gingen 2002 als Sieger eines internationalen Wettbewerbs für dieses Projekt hervor. Herzog/de Meuron sind auch die Architekten der Münchner Allianz Arena und weiterer spektakulärer Bauten weltweit. Wegen seiner Form hat das Bauwerk bereits einen Spitznamen: Das Vogelnest. Das riesige Gebäude aus einem Stahlgeflecht, das sehr schnell an ein Nest denken lässt, hat keine Mauern, keine Türen, ist überall betretbar, es ist nicht hierarchisch gegliedert und jeder Bauteil (Zweig) hat eine statische Funktion. Für viele soll dieser Bau das Sinnbild eines neuen Chinas sein. Mitgearbeitet an dem Projekt hat auch der chinesische Künstler Ai Weiwei, der im vergangen Jahr mit seinen Arbeiten und Projekten im Rahmen der documenta 12 international Aufsehen erregte. Es gibt auch kritische Kommentare zu diesem spektakulären Bauwerk und anderen Bauten aus Anlass der olympischen Spiele, die den Vorwurf erheben, Architekten aus Europa würden in Peking eine Repräsentationsarchitektur für ein autoritäres Regime erstellen.

Unterrichtsmaterialien

In einer einführenden Lehrerinformation werden Ziele und Inhalte dieser Unterrichtsequenz erläutert, ergänzt durch Hinweise auf Materialien, Medien und Alternativen in der Planung und Durchführung des Unterrichts.
 
In einem Arbeitsblatt für Schüler werden Entstehungsgeschichte sowie gestalterische und konstruktive Details des Olympiastadions in Peking dargestellt. Der Text und die Anregungen gehen auch auf die Kritik an einer neuen "Herrschaftsarchitektur" ein und geben Impulse für weiterführende Recherchen zum Werk der Architekten Herzog/de Meuron. Dabei wird das Bauwerk auch in den Kontext der Olympiastadien 1936 (Berlin) und München (1972) gestellt.
 
In einem umfangreichen Text und zahlreichen Bildbeispielen unter der Überschrift "Ein Nest für das neue China" setzt sich Guido Mingels in der Internetausgabe der schweizerischen Zeitschrift "Das Magazin" mit dem Bauwerk, seiner Entstehungsgeschichte und seinen politischen Implikationen auseinander: http://dasmagazin.ch/index.php/ein-nest-fur-das-neue-china/
 
In der Wikipedia-Enzyklopädie findet sich ein kurzer Artikel über das Bauwerk, verbunden mit zahlreichen Links und weiterführenden Hinweisen: http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalstadion_Peking
 
Christoph Schaub und Michael Schindhelm haben die Entstehung des Baus in einem Film dokumentiert: Bird's Nest, so der Filmtitel. Auf dem Webseiten zu diesem Film finden sich weiterführende Informationen sowie Filmausschnitte: http://www.herzogdemeuron-film.com/de/home/
 
Eine ausführliche Fotostrecke über den Bau des Pekinger Olympiastadions findet sich auf den Seiten der "Netzzeitung": http://www.netzzeitung.de/bilder/index.php?gallery_id=30502&kin=nz&img=1
 
Eine Serie von Fotografien, vor allem über das Innenleben des Stadions, bieten die Sport-Webseiten der ARD: http://sport.ard.de/sp/olympia/news200804/20/olympiastadion_eroeffnung.jsp
 
Eine umfassende Zusammenstellung der Bauten von Herzog/de Meuron bietet die Wikipedia-Enzyklopädie, verbunden mit Links und Literaturhinweisen: Herzog & de Meuron
 
Die Form des Nestes als plastische und symbolische Form spielt im Werk des Künstlers Nils Udo, der sich in seinem Werk zentral mit Fragen der Natur und Naturaneignung auseinandersetzt, eine wichtige Rolle. Materialien zu diesem Künstler und seinen Arbeiten in und mit der Natur finden sich im Web unter http://greenmuseum.org/content/artist_index/artist_id-36.html und http://www.old.uni-bayreuth.de/kunst_kultur/CampusGalerie/Nils-Udo/Nils-Udo.htm
 

]]>