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Farben im Licht
Gerhard Richters Kölner Glasfenster

Vor mehr als 5 Jahren erhielt der Maler Gerhard Richter den Auftrag für eine Gestaltung des Glasfenster des südlichen Querhauses im Kölner Dom. Es entstanden zunächst zahlreiche abstrakte Entwürfe, bis der Künstler auf eine Idee aus den siebziger Jahren zurückgriff und sein Bild "4096 Farben". Auf diesem Bild hatte Richter die Farbpalette eines Druckfarbenherstellers wiedergegeben. Das Spiel mit der Farbpalette führte zu einem faszinierenden Ergebnis, einem abstrakten Kirchenfenster aus ca. 11.500 quadratischen Glasplatten. Ende August 2007 wurde das Fenster feierlich geweiht und ist seitdem eine der Attraktionen des Kölner Doms.

Unterrichtsmaterialien

In einer Lehrerinformation werden Ziele und Inhalte dieser Unterrichtssequenz dargestellt, ergänzt durch eine Skizze für einen möglichen Unterrichtsverlauf und Alternativen sowie Hinweise auf Unterrichtsmaterialien und Medien
 
In einem Arbeitsblatt für Schüler wird die Entstehungsgeschichte dieses Glasfenster, seine Komposition und seine Bedeutung im Kontext des gotischen Domes von Köln dargestellt. Teil des Arbeitsblattes ist auch die Kritik des Kölner Erzbischofs an dieser abstrakten Gestaltung, die eine breite öffentliche Diskussion auslöste. Neben einer Abbildung des Fenster zeigen weitere Bilder, wie sich durch die Sonne, die durch das farbige Glas fällt, der Innenraum des Doms verändert und die Wände durch das Spiel des farbigen Lichts entmaterialisiert werden. Anregungen für die Schülerinnen und Schüler für eine reflexive Auseinandersetzung mit diesem bedeutenden Kunstwerk sowie eine Anregung für eine praktische Arbeit stehen am Ende dieses Schülertextes.
 
Die offiziellen Webseiten des Kölner Doms bieten ausgezeichnet gestaltete und umfangreiche Informationen zur Baugeschichte, Architektur, Schatzkammer u.a. dieses bedeutenden gotischen Bauwerkes. Auf virtuellen Audioführungen werden diese Aspekte des "Lieblingsbauwerkes der Deutschen" vorgestellt. Eine audiovisuelle Führung gibt es auch zum Thema "Fenster", bei der Mann das Programm der Fenster des Domes und das neue Richter-Fenster kennenlernen kann. http://www.koelner-dom.de
 
Hubertus Butin ist einer der bedeutenden Kenner des Werkes von Gerhard Richter, mit dem er sich in zahlreichen Publikationen, Büchern und Aufsätzen auseinandergesetzt hat. Auf den Webseiten von artnet findet sich unter http://www.artnet.de/magazine/features/butin/butin08-21-07.asp? ein umfassender Aufsatz "Gerhard Richters Kölner Domfenster. Lieblingsort der Deutschen" zur Entstehungsgeschichte des Fensters, dem Kontext des Entwurfs, zu Fragen des von Richter verwendeten Rasters und zu möglichen Vorbildern in der Geschichte der Kunst sowie eine Auseinandersetzung mit der abstrakten Form. Bilder, die das Fenster zeigen, sowie eine Abbildung des Bildes "4096 Farben" begleiten diesen Aufsatz.
 
Der Kölner Joachim Kardinal Meisner bemerkte über das abstrakte Fenster Gerhard Richters, dass er sich dieses Fenster für den Kölner Dom genauso gut in einer Moschee vorstellen könne. Dieser Kommentar gelangte in die Öffentlichkeit und führte zu massiven Protesten gegen den Kölner Kardinal. In einem Artikel in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUG vom 2. September 2007 setzt sich Otto Kallscheuer unter der Überschrift "Der Kölner Bilderstreit. Wieviel Anschauung verträgt der Gottesdienst?" mit grundlegenden theologischen Fragen und Fragen des Bildverständnisses in den verschiedenen Religionen auseinander. Der Artikel findet sich im Archiv der FAZ unter Auf den Webseiten http://www.faz.net und kann bei der Eingabe des Autorennamens Otto Kallscheuer unter dem Datum 2. September gegen eine geringe Gebühr als PDF-Dokument ausgedruckt werden.
 
Auch die Wissenschaftsredaktion der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG setze sich mit dem Kölner Domfenster von Gerhard Richter auseinander. Unter der Überschrift "Kristalle für Köln. Auf den neuen Domfenstern am Rhein wirkt der Zufall mit. Mit etwas Mathematik ließe sich das weitertreiben" werden am Computer mit unterschiedlichen Methoden generierte Zufallskonstellationen der Farbverteilung abstrakter Kirchenfenster präsentiert. "Sanfter Zufall", "Reiner Zufall" und "Geballter Zufall" sind die programmatischen Überschriften dieser Experimente am Computer. Diese Seite findet sich im Archiv http://www.faz.net unter dem Namen des Autors Ulf von Rauchhaupt und dem Datum des 9. September 2007 und kann als PDF-Datei gegen eine geringe Gebühr ausgedruckt werden. Die Gestaltung dieses ganzseitigen Artikel ist so ausgezeichnet, das sich das PDF-Dokument direkt in den Unterricht in Form von Kopien übernehmen lässt.
 
Auf den Webseiten des Goethe-Instituts beschreibt und analysiert Jan Thorn Prikker das Richterfenster unter den Stichpunkten "Zufall und Kalkül", "Chaos und Ordnung", "Farbe im Licht" und "Fugenlose Farbigkeit. Ein Bild des Fenster begleitet diesen Beitrag, der auch weitere Links, u.a. ein Interview mit Gerhard Richter bietet. http://www.goethe.de/kue/arc/dos/dos/bug/de2577503.htm
 
Die Stadt Linnich beherbergt das Deutsche Galsmalerei-Museum, dessen Sammelschwerpunkt Glasmalerei des 20. Jahrhunderts ist. In kurzem Beschreibungen werden exemplarische Objekte des Sammlung vorgestellt und ermöglichen so interessante Vergleiche mit der Arbeit Gerhard Richters. http://www.glasmalerei-museum.de
 
In der Wikipedia-Enzyklopädie findet sich ein sehr übersichtlicher, gut strukturierter Beitrag zum Thema Glasmalerei mit zahlreichen exemplarischen Bildbeispielen und vielen weiterführenden Links: http://de.wikipedia.org/wiki/Glasmalerei
 
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