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Edle Einfalt - Bunte Götter

Unser Bild der Antike ist immer noch überwiegend von der idealen Vorstellung monochromer, weißer Skulpturen aus Marmor und weißer Tempel geprägt. Diese Vorstellung ist auf die ästhetische Theorie und das Kunstverständnis des Klassizismus, insbesondere auf Johann Joachim Winckelmanns Schriften zurückzuführen. Doch schon seit dem 18. Jahrhundert war durch zahlreiche antike Textquellen bekannt, dass Skulpturen und Architekturen bemalt waren. Neue mikroskopische und fotografische Untersuchungsmethoden haben zu präzisen Kenntnissen über die Bemalungen und Aufsehen erregenden Rekonstruktionen der Farbigkeit geführt wie eine aktuelle Ausstellung des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe verdeutlicht. Die gezeigten Beispiele stellen unsere Vorstellungen der Antike auf den Kopf. Das macht auch der Künstler Hans-Peter Feldmann, wenn er eigenhändig Abgüsse antiker und klassizistischer Skulpturen auf triviale und subversive Art und Weise quietschbunt bemalt.

Unterrichtsmaterialien

In einer Lehrerinformation werden Ziele und Inhalte dieser Unterrichtssequenz dargestellt, ein möglicher Unterrichtsverlauf skizziert und Hinweise auf weitere Unterrichtsmaterialien und Literatur gegeben.
 
Ein Arbeitsbogen für Schüler stellt die Ergebnisse einer aktuellen, experimentelle Archäologie dar, die mit unterschiedlichen Methoden die farbige Bemalung antiker Skulpturen und Tempel nachgewiesen und rekonstruiert hat. Zahlreiche Bildbeispiele ermöglichen den Vergleich von antiken Skulpturen in ihrem heutigen Erscheinungsbild mit farbigen Rekonstruktionen.
 
Mit der Bemalung von Kopien antiker und klassizistischer Skulpturen beschäftigt sich der Künstler Hans-Peter Feldmann. Dabei geht es aber nicht um eine Rekonstruktion, sondern um triviale und subversive Verfremdungen wissenschaftlicher und künstlerischer Ideale. Besonders bekannt wurde seine Bemalung einer Kopie des "David" von Michelangelo, die 2006 im Rahmen einer Ausstellung in Köln in der Nähe des Domes öffentlich ausgestellt war. Der Arbeitsbogen für Schüler erläutert die Skulptur Feldmanns und dessen Bezug zu Giorgio de Chirico und seinem Bild der "Beunruhigenden Musen".
 
In einem ausführlichen Artikel geht die Wikipedia-Enzyklopädie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Antike_Polychromie auf die "Antike Polychromie", auf die Wiederentdeckung der Antike, die unterschiedlichen Ansichten über die Polychromie und ebenso auf neuere Forschungen ein.
 

Das Kunst-Portal art-perfect stellt in einem ausführlichen Text und vielen Bildbeispielen die Hamburger Ausstellung "Bunter Götter - Die farbenfrohe Welt der Alten Griechen" vor: http://www.art-perfect.de/bunte-goetter-die-farbenfrohe-welt-der-alten-griechen.htm.
 

Eine sehr gute Einführung in die Fragen der Bemalung antiker Skulpturen ist in Zusammenhang mit der Münchener Ausstellung "Bunter Götter - Zur Farbigkeit antiker Skulpturen" erschienen und kann als PDF-Dokument ausgedruckt werden: http://www.stmwfk.bayern.de/downloads/aviso/2003_4_aviso_40-45.pdf
 

In einem ausführlichen Artikel des artnet-Portals stellt Belinda Grace Gardner den Künstler Hans-Peter Feldmann und seine Arbeiten, darunter auch Beispiele farbig bemalter Kopien antiker und klassizistischer Skulpturen vor: http://www.artnet.de/magazin/features/gardner/gardner02-01-06.asp?print=1
 

Unter http://www.mcs.csuhayward.edu/~malek/Chirico3.html findet sich eine sehr gute Abbildung des Gemäldes "Die beunruhigenden Musen" von Giorgio de Chirico, das im Kontext der Arbeit von Hans-Peter Feldmann von besonderer Bedeutung ist.
 
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